Netzwerk Selbsthilfe und Ehrenamt Kreis Steinfurt

Selbsthilfe für Angehörige von Erwachsenen mit ADHS

Erwachsene mit ADHS sind häufig gesellschaftlich ausgegrenzt, da die Diagnose ADHS meist nur in Verbindung mit Kindern/Jugendlichen auftaucht. Aber Erwachsene mit ADHS sind seit ihrer Kindheit „auffällig“, es wurde nur keine frühzeitige Diagnose gestellt: Sie sind in ihrem Leben unstet, impulsiv und oftmals schnell gereizt. In ihrem Denken und Handeln sprunghaft und dadurch unzuverlässig und vergesslich. Sie reden viel und stehen auch ganz gerne im Mittelpunkt, immer auf der Suche nach Akzeptanz und Anerkennung. Sie sind eher Sprinter als Marathonläufer, d. h. Sie bringen kurzfristig gute Leistungen und haben eine hohe Erwartungshaltung an sich selbst. Wenn sie diese Erwartungen nicht erfüllen, kommt schnell die Frustration und das Gefühl, ein Versager zu sein. Aus diesen Gründen kommt manchmal ganz schnell eine Depression hinzu.

Menschen mit ADHS haben aber auch eine andere Seite – sie sind gleichzeitig sehr liebevolle, sensible, intelligente und kreative Menschen, die eine Bereicherung für ihr Umfeld darstellen.

Wo bleiben die Angehörigen mit ihren Sorgen, Fragen - mit ihren Erlebnissen?

In Greven soll eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Erwachsenen mit ADHS gegründet werden. Sie wendet sich an Partner, erwachsene Kinder oder Geschwister, die sich im Rahmen dieser Gruppe über die Belastung und die Schwierigkeiten im Alltag, aber auch über die Erfolge, schönen Erlebnisse und die eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse austauschen möchten. Wie gehe ich in der Öffentlichkeit oder privatem Bereich mit einem „lauten“ Menschen um? Wo sind die Grenzen und wo sind meine Grenzen? Was ist Krankheit, was Persönlichkeit? Wo ist das Positive? Was ist, wenn die Krankenkasse die Kosten der Medikamente nicht mehr übernimmt und das Umfeld „leidet“?
Diese und andere Fragen könnten im Rahmen einer Gruppe besprochen werden. Eine Gruppe kann deutlich machen, dass man mit seinen Erfahrungen nicht alleine ist und kann durch den Austausch neue und vielleicht ungewohnte Perspektiven aufzeigen.
Angehörige, die sich für diese Gruppe interessieren, können sich an das Netzwerk Selbsthilfe und Ehrenamt, Telefon 02572-9601684 wenden, das die Gruppengründung unterstützt. Alle Anfragen werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Das erste Treffen dieser Gruppe findet am Montag, den 24. Oktober um 19.00 Uhr in Emsdetten statt.


Ausdruck aus: http://netzwerkselbsthilfeundehrenamt.de/content/e568/e1391/index_ger.html
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